Das Lebensgeflecht lockern oder fester machen – ein Bild für Heilungsprozesse - 2026

Worum es geht: Wenn wir das Leben als ein bewegliches Geflecht wahrnehmen, gehören Knoten wohl dazu. Nicht ihr Dasein, sondern zu hoher „Zug“ auf ihnen oder zu wenig Spielraum im Geflecht machen Probleme. Andersherum können Löcher im Geflecht wehtun und nach neuen (oder besseren) Bindungen verlangen.

Ich verstehe mein Leben gern als Geflecht, das in sich, aber auch nach außen viele Verbindungen hat. Mir ist dabei das Eingebundensein in etwas Größeres (für das ich hier keine Worte habe) wichtig. Ich nehme als Geflecht aber auch meine „innere Vielfalt“ wahr. Wenn ich leide, frage ich mich, an welchem „Strang“ ich ziehen muss, damit es für mich gut weitergeht ... 

Auch in Therapieprozessen begleite ich Klient*innen dabei, ihr persönliches Geflecht zu würdigen und zu verändern. Lass uns sehen, welches Potenzial das Bild eines Geflechts mit Schnüren und Knoten hat.


Bei Konflikten müssen oft Knoten gelockert oder gelöst werden, …

Immer wieder erleben Klient*innen Entscheidungsprozesse, die mit hoher Anspannung und Stress einhergehen. Beispiele:

  • Wie nehme ich der Angst ihre Macht – gehe ich dem Beängstigenden aus dem Weg oder packe ich den Stier bei den Hörnern? Und sind das wirklich Hopp- oder Top-Alternativen? Geht es um Vermeidung versus Überforderung oder zeigt die Realität doch Zwischentöne? 
  • Den geliebten Job, der krank macht – kündigen oder verändern (und wie kann ich das?)
  • Nach einem Trauerfall: das alte Zuhause loslassen? Obwohl es wehtut und ein neues Heimatgefühl (noch) nicht da ist?
  • Wie verhalte ich mich im Konflikt mit meiner Partnerin, meinem Partner? 

(Anm.: Näheres zu Traumatherapie lies hier.)

…, manchmal aber muss auch ein Teil des Geflechts fester gebunden werden.  

Leidvoll ist dann nicht die Qual der Wahl, sondern der Mangel an Eingebundensein: 

  • Einsamkeit ruft danach, Kontakte zu pflegen oder neu zu wagen.
  • Eine gesundheitliche Einschränkung kann das Leben karg machen. Hilfen (professionelle wie auch private) müssen her und eine gute Alltagsstruktur.


Das Lebensgeflecht verändern

Während du dies liest: Welches Bild spricht dich für deine Situation gerade am meisten an?

  • den Knoten lockern
  • die Schnüre ganz voneinander lösen 
  • ein harmonisches Geflecht von Schnüren 

Es ist nur ein Bild – aber Bilder haben Kraft. Nutze sie. – Ich nutze jetzt diese Motive, um dir ein paar wichtige Elemente in Therapieprozessen vorzustellen.

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Den Spielraum gestalten

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Einzel oder Gruppe – was passt für wen? - 2026

Einzel oder Gruppe – was passt für wen?

2026. Hier gebe ich dir Hinweise zum Vergleich der Einzel-Psychotherapie und meinem tanztherapeutischen Gruppenangebot. TRE-Kurse sind ihm gegenüber kürzer und auf das Erlernen der Selbsthilfemethode fokussiert.

Einzel oder Gruppe – für beides gibt es Argumente. Bevor ich mehr dazu sage, lade ich dich herzlich ein, deiner Intuition zu vertrauen. Frage dich: Worauf möchte ich mich im Moment eher einlassen? Und mach dir klar: Es ist nicht unbedingt ein Entweder-Oder, sondern vielleicht um ein Ausprobieren, ein Nacheinander oder eine Kombination aus Einzel und Gruppe. Sprich gerne mit mir darüber.

Im 1:1-Setting mit mir zusammenzuarbeiten empfiehlt sich z.B. in folgenden Situationen:

  • Du merkst, dass du für dein Anliegen meine volle Aufmerksamkeit für dich brauchst.
  • Du hast es im Moment schwer, mit deinen Gefühle so da zu sein, dass es dich nicht sehr anstrengt oder dich zu überwältigen droht. Dann helfe ich dir, dich zu regulieren, und wir schauen, was du als nächstes brauchst.
  • Du bist momentan eher schüchtern und die Vorstellung, in einer kleinen Gruppe von noch unbekannten Menschen zu sein, stresst dich mehr, als sie dich anzieht. Beginnen wir damit, wie du dich sicher genug fühlen kannst, um mit dir und mir gut im Kontakt zu sein. 
  • Du bist im Alltag eh schon in Gruppen gefordert. Jetzt soll es um dich gehen. Go for it! 

An einer Gruppe teilzunehmen, bietet sich in folgenden Lebenslagen an:

  • Du bist neugierig auf das Miteinander und hast Lust auf Gemeinschaft. Neugier und eine Spur von Angst sind dabei nur die zwei Seiten einer Medaille, ein bisschen Nervosität ist zu Anfang normal und du bist damit willkommen!
  • Obwohl und gerade weil du unsicher bist, Angst in Beziehungen hast oder vielleicht sogar unter Einsamkeit leidest, reizt dich eine kleine Gemeinschaft auf Zeit. Prima, dann kannst du dich hier in einem explizit wohlwollenden Rahmen zeigen und dich an selbstbestimmten Kontakt gewöhnen.


Die große Chance der Gruppe: Das Thema „Ich und die anderen“ ist immer dabei!

Im Rahmen z.B. einer Tanztherapie-Gruppe wirst du spüren, wie es dir im Miteinander mit anderen Menschen geht. Wir bewegen uns zusammen, wir spüren, wir reden miteinander. Du kannst dabei erfahren, wie viel Mut oder Angst, wie viel Freude oder Irritation bei dir auftaucht – und du kannst Feedback einholen, wie andere dich wahrnehmen.

 

Teilnehmende haben über Unsicherheiten berichtet, die meiner Meinung nach in einer Gruppe gut bearbeitet werden können: 

„Ich hatte das Gefühl, ich habe zu viel Raum eingenommen.“ 

„Obwohl ich die Erfahrung wunderbar fand, konnte ich mich nicht zu 100% ‚fallen‘ lassen. Ich habe immer nach den anderen geschaut und ob ich mit meinen Themen nicht zu viel / zu ‚schwer‘ bin.“

 

Solche Unsicherheiten sind u.a. von unseren frühen Bindungserfahrungen geprägt, von Strategien, die wir als kleine Kinder entwickelt haben, um möglichst geschützt vor Verletzung durchs Leben zu kommen. Heute können sie einem angstfreien, erfüllenden Beziehungsleben im Weg stehen. Wir können aber günstigere Überzeugungen ausbilden, wenn wir die alten Erfahrung würdigen und zugleich neue, bessere Erfahrungen machen: gesehen werden, angenommen sein, freudiges Zusammensein.