Traumatherapie Stutensee
Zur Bewältigung belastender Ereignisse – einmaliger oder über längere Zeiträume erlittener – biete ich Therapie auf der Basis von Somatic Experiencing® und der Kreativen Traumatherapie an (das ist ein Schwerpunkt der Kreativen Leibtherapie).
In der Sicht des Somatic Experiencing® werden solche Erfahrungen zum Trauma, in denen wir die für Kampf, Flucht oder die Suche nach Schutz aufgebauten Energien nicht erfolgreich einsetzen oder entladen konnten. Traumatischen Stress lösen erfordert daher, in aller Kürze, eine Vervollständigung dieser (damals unterbliebenen oder unterbrochenen) Prozesse. In der körperorientierten, kreativen Traumatherapie werden wir den Zustand deines Nervensystems achtsam verfolgen und es in seiner Selbstregulation unterstützen. Das Erleben von Sicherheit spielt dabei eine Hauptrolle.
Wo Worte nicht reichen oder nicht zur Verfügung stehen, sind kreative Ausdrucksmittel hilfreich, z.B.:
- das Experimentieren mit einer Bewegung, die dein Körper machen möchte,
- eine Empfindung/ein Gefühl mit Farbe auf Papier ausdrücken.
Wir können nichts ungeschehen machen. Ein Trauma kann aber dann als bewältigt gelten, wenn das Geschehene als Teil der Vergangenheit wahrgenommen wird und sich nicht mehr so störend ins heutige Leben einmischt.
Es ist in der Traumatherapie oft nicht nötig, das schlimme Erlebte nochmals im Detail anzusprechen. Ich helfe dir zu steuern, wie nah heran und wie weit davon weg du „zoomst“, und wir halten gut den Kontakt zu der Sicherheit im Hier und Jetzt. Es geht dabei um
- die Würdigung dessen, was passiert ist, ohne überwältigt zu werden,
- den Weg heraus aus dem Gefühl, keine Kontrolle zu haben, hin zur Selbstwirksamkeit,
- die Ablösung traumageprägter Muster durch Muster selbstbestimmter Lebendigkeit.
Traumasymptome und Merkmale von Traumabewältigung
Hier stelle ich Traumafolgestörungen das gegenüber, was wir in einer Therapie anstreben.
Die Leitsymptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sind Flashbacks, eine dauerhaft zu hohe Erregung im Nervensystem, anders gesagt, ein Gefühl der Bedrohung (aber als Kehrseite auch Untererregung oder Taubheitsgefühle), und Vermeidungsverhalten.
Auf gelingende Traumabewältigung deutet also z.B. hin,
- sich nicht mehr ständig mit dem Vergangenen beschäftigen müssen, es aber auch nicht leugnen müssen,
- einen flexiblen Wechsel von Beruhigung UND Aktivierung erleben zu können, denn beides brauchen wir! (Das ist Selbstregulation des Nervensystems, und die können wir fördern),
- ein gewisses Maß an Sicherheit erleben zu können,
- sich wieder in Bereiche des Lebens zu trauen, die wir früher als zu bedrohlich (weil mit dem Trauma verbunden) vermieden haben.
Als Leitsymptome einer komplexen PTBS (kPTBS) treten zusätzlich weitere Symptome in drei Bereichen auf – einfach ausgedrückt geht es um überwältigende Gefühle, um eine negative Art und Weise, wie man über sich selbst und das Leben denkt und um gravierende Schwierigkeiten bei Beziehungen und Nähe.
Auf gelingende Traumabewältigung deutet dann also z.B. hin,
- dass Betroffene ihre Emotionen besser regulieren können (etwa die Angst nicht mehr so viel Macht hat oder die Wut nicht mehr so explosiv erlebt wird),
- dass sie überhaupt eine größere Bandbreite von Gefühlen kennen und aushalten
- dass sie auch wieder mehr positive Emotionen erleben können,
- dass sie sich selbst mit mehr Mitgefühl und eher als „OK“ wahrnehmen,
- dass sie in Beziehungen besser zwischen Nähe und Distanz wechseln können und dauerhafter in Bindungen bleiben können – oder sich aus solchen Beziehungen verabschieden können, die ihnen nicht guttun,
- dass sie überhaupt wieder Interesse an sozialem Austausch haben.
„Ich habe es überlebt. Jetzt will ich leben.“